?

Log in

No account? Create an account
Clara Westhoff und ich, wir sprachen neulich darüber, dass Sie eine lebendig gewordene Idee von uns seien, ein erfüllter Wunsch. Sie leben stark unter unserer kleinen Gemeinde.
(PB an RMR S. 12)

Nur vereinzelt tropft es vom nassen Strohdach und die Kuh klirrt mit der Kette.
(PB an RMR, S. 13)

Ich erkenne keinen Norm an, nicht Norm Rilke, Norm Becker etc. sondern fasse den Menschen auf in seiner mannigfachen Vielfarbigkeit, oder versuche es zu tun, in Demut (…)
(PB an RMR, S. 24)

Sowas hab' ich überhaupt noch nie geschenkt bekommen, sowas Großes, Liebes, Lebendiges.
(RMR an PB S. 28)

Ich war meines Äußeren nicht sehr sicher und innerlich damals sehr schüchtern. Ich ging hindurch zwischen all der Pracht und Herrlichkeit und öffnete meine Seele, weit, einen großen Menschen zu empfahn.
(PB an RMR, S. 28)

Und nun weiß ich gar nicht wie ich mich unterschreiben soll. Ich bin nicht Modersohn und ich bin auch nicht mehr Paula Becker.
Ich bin
Ich,
und hoffe, es immer mehr zu werden.
Das ist wohl das Endziel von allem unserm Ringen.
(PMB an RMR, S. 58)

Ich denke oft an sie.
Wenn wir nur alle in den Himmel kommen.
Wo Ihnen wohl der nächste Sommer blüht.
Ich glaube ich bin mit meinem Leben zufrieden.
(PMB an RMR, S. 68)
 
 
04 November 2016 @ 10:52 pm
Das Meer ist schon wundersam. Wenn man zu zweit hinausblickt, ist es irgendwie egal, ob man redet oder schweigt, das spielt überhaupt keine Rolle mehr. Man kann sich einfach nie satt sehen am Meer. Das Rauschen der Wellen und die Bewegungen des Wassers werden einem nie zuviel, auch wenn es stürmt, was das Zeug hält. (…) auf das Meer war Verlaß; es war da, wenn ich mich umsah, ob ich klein war oder groß, (…) still und weit umsäumte das Meer die Stadt, schwoll an und zog sich wieder zurück, alles zu seiner Zeit, immer, mit Gewißheit. (…) Wo nehmen die Leute aus der Großstadt bloß ihr »seelisches Gleichgewicht« her, wohin blicken sie? Wahrscheinlich in den guten alten Mond. Aber der Mond ist doch so weit weg und klein, da muß man sich ja erst recht klein und verlassen vorkommen!
 
 
31 March 2016 @ 10:07 pm
Ziele ohne Fristen bleiben Träume.
 
 
19 November 2015 @ 09:06 pm
Das war einfach so hundertprozentig die westliche Sicht auf Beziehungen. Vereinfacht gesagt sieht sie so aus: Die Gesellschaft ist eine Ansammlung von Individuen, die sich lose untereinander bewegen wie Blätter im Swimmingpool im Herbst. Jeder Mensch ist ein Unternehmer in Sachen menschlichen Beziehungen. Man investiert in andere: Zeit, Aufmerksamkeit, Zuneigung oder Geld. Dann erwartet man sich einen Shareholder-Value von diesem Menschen, eine Rendite. Kommt es nicht dazu, trennt man sich von ihm.
 
 
11 November 2015 @ 07:59 pm
Denn wenn man etwas nur mit seinen eigenen Sinnen und in seinem eigenen Kopf weiß, dann ist es, als ob man es nicht wüßte. Und wenn die eigene Arbeit nur dazu dient, über die Runden zu kommen, zu überleben, nur für sich allein, dann ist dies die schlimmste aller Einsamkeiten.
 
 
 
17 August 2015 @ 05:24 pm
Glücklicherweise ist die Gastro an einem etwas erhöhten Punkt, beruhigte sich Herr Lehmann, während es in der Schlange nur schneckenhaft vorbeiging, was ihn sehr nervös machte. Andererseits, dachte er, kann man ja nun nicht die Kinder hier anpfeifen, das ist irgendwie asozial, das kommt schlecht an, dachte Herr Lehmann und bewunderte dabei die Frau am Tresen, die mit einer Engelsgeduld und unbeschadet der geringen Umsätze, die mit Weingummi-Schlangen, Weingummi-Teufelchen und Weingummi-Krokodilen und ähnlichem zu machen waren, geradezu vorbildlich auf die Wünsche und vor allem auf die vielen Sinneswandel ihrer zwergenhaften Kundschaft einging. Die hat die kleinen Scheißer richtig lieb, dachte Herr Lehmann und liebte dafür wiederum die Frau, wir sollten alle so sein, dachte er, darum geht es, wenn man hinter dem Tresen steht, dachte er, jeder hat die gleichen Rechte (…)
 
 
17 August 2014 @ 05:28 pm
Es gibt ein Mittel gegen die Einsamkeit, die einen plötzlich in einer fremden Stadt überfällt: etwas kaufen: eine Ansichtskarte, einen Kaugummi nur, einen Bleistift oder Zigaretten: etwas in die Hand bekommen, teilnehmen am Leben dieser Stadt, indem man etwas kauft (...)
 
 
16 August 2014 @ 10:04 pm
"Du hast noch massenhaft morgen vor dir." (Seite 161)
Jenny Downham - Bevor ich sterbe
 
 
24 January 2012 @ 02:12 pm
"So schön Liebesgeschichten auch sind, immer bringen sie Probleme mit sich, und zwar eine Menge Probleme. Wenn hingegen eine Liebesgeschichte perfekt ist, gibt es nur ein Problem, ein einziges: dass sie nämlich erlogen ist."
Albert Sánchez Pinol - Pandora im Kongo
 
 
05 January 2012 @ 04:07 pm

'Of course I do,' he said. 'Failing sucks. But it's better than the alternative.'
'Which is?'
'Not even trying.' Now he did look at me, straight on.
'Life's short, you know?'
(p. 289)

'See, but that's the thing, though.' He sat back, shaking his head. 'Everyone always wants to tell these stories, all the stories. It's all anyone wanted to do at the funeral, and after. Oh, remember this thing, and this, and what about this? But the ending to every story is the same. He dies. That's never going to change. So why even bother?'
We were both quiet for a moment. 'I guess,' I said finally, 'that for some people, it's how they remember. You know, by telling the stories. It keeps the person close.'
'But I don't have that problem,' he said quietly. 'Not remembering.'
'I know.'
'You want to talk about failure?' He looked up at me, meeting my eyes. 'Try being the one who was driving. Who got to live.'
(p. 298)

It was risky and so scary, and yet at the same time, so beautiful. Maybe the truth was, it shouldn't be easy to be amazing. Then everything would be. It's the things you fight for and struggle with before earning that have the greatest worth. When something's difficult to come by, you'll do that much more to make sure it's even harder - if possible - to lose.'
(p. 331)

'And the bottom line is, what defines you isn't how many times you crash, but the number of times you get back on the bike. As long as it's one more, you're all good.'
(p. 360)


It was terrible and awful when someone left you. You could move on, do the best you could, but like Eli had said, an ending was an ending. No matter how many pages of sentences and paragraphs of great stories led up to it, it would always have the last word.